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Krebszentrum am Universitätsklinikum Dresden (UCC) bleibt einziges „Onkologisches Spitzenzentrum“ der neuen Bundesländer

Nach inzwischen zwölf Jahren erfolgreicher Arbeit als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe attestiert eine international besetzte Expertenkommission dem Krebszentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UCC) erneut eine Patientenversorgung und Forschung auf höchstem Niveau. Das im Auftrag der Krebshilfe agierende Gutachtergremium entschied deshalb, das Dresdner Krebszentrum auch in der jetzt beginnenden Förderperiode mit insgesamt drei Millionen Euro finanziell zu unterstützen. Seit dem Start des Programms im Jahr 2007 hat das Zentrum bei den Begutachtungen immer überzeugen können. In der mittlerweile vierten Förderperiode geht es darum, die Strukturen von Krankenversorgung und Forschung noch enger zu verknüpfen. Insgesamt fördert die Deutsche Krebshilfe bundesweit dreizehn Onkologische Spitzenzentren. Das UCC ist das einzige Zentrum dieser Art in den neuen Bundesländern und eines von nur drei Zentren bundesweit, das seit Beginn dieses Förderprogramms im Jahr 2007 die begehrte Auszeichnung durchgehend tragen darf.

„Das Votum der international anerkannten Experten für die weitere Förderung unseres Krebszentrums als ‚Onkologisches Spitzenzentrum‘ ist ein klarer Beleg dafür, dass es uns gelungen ist, die Versorgung der Krebspatienten kontinuierlich auf höchstem Niveau sicherzustellen. Ein wesentlicher Teil dieses Erfolgs ist, dass sich das Team des Zentrums nie auf den Lorbeeren ausgeruht hat, sondern sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt", sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Das Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) ist seit 2015 Teil des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden, das vom Bund und dem Land Sachsen gefördert wird. Gemeinsamer Anspruch von NCT und UCC ist es, Forschung und Krankenversorgung so eng wie möglich zu verknüpfen. Dadurch erhalten Krebspatienten in Dresden eine Behandlung auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Gleichzeitig werden Fragen aus dem Klinikalltag direkt ins Labor zurückgespiegelt. Die patientennahe Forschung unter dem Dach des NCT vereint die Stärken der vier Trägerinstitutionen – Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Fakultät der TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). „Die weitere Förderung des UCC durch die Deutsche Krebshilfe ist an die klare Forderung geknüpft, die bereits enge Verbindung von Forschung und Krankenversorgung am Dresdner Standort weiter zu vertiefen. Dieser Wandel spiegelt die aktuellen Entwicklungen in der Versorgung der Krebspatienten wider. Zum einen entsteht derzeit der Neubau des NCT Dresden, der wie das NCT/UCC-Portalgebäude räumlich beide Bereiche verbindet. Neben Laboratorien und einem Operationssaal der Zukunft wird der NCT-Neubau auch über Behandlungsräume für Patienten aus der Region und der gesamten Bundesrepublik verfügen. Zum anderen arbeiten wir intensiv am Ausbau der personalisierten Medizin. Dazu bedarf es der wissenschaftlichen Expertise der am NCT Dresden beteiligten Helmholtz-Zentren – Deutsches Krebsforschungszentrum und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Das sind die besten Voraussetzungen für eine Symbiose von Krankenversorgung und Forschung", sagt Prof. Martin Bornhäuser. Der Hämatologe ist neben seiner Tätigkeit als Direktor der Medizinischen Klinik I auch Direktor des Universitäts KrebsCentrums und Geschäftsführender Direktor am NCT Dresden.

Zufriedenheit von Patienten und Ärzten erreicht Spitzenwerte
Seit seiner Gründung folgt das Krebszentrum am Universitätsklinikum einer konsequenten Qualitätspolitik. Dies spiegelt sich nicht nur in der Zertifizierung nach den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft wider, sondern auch im Aufbau von organspezifischen Zentren. Unter dem Dach des Krebszentrums gibt es mit dem Hauttumorzentrum, dem Viszeralonkologischen Zentrum, dem Neuroonkologischen Zentrum, dem Prostatakarzinomzentrum sowie dem Gynäkologischen Krebszentrum und dem Regionalen Brustzentrum Dresden insgesamt sechs von den jeweiligen Fachgesellschaften zertifizierte Organzentren. Diese Strukturen sorgen für eine qualitätsvolle wie sichere Versorgung der Krebspatienten. Das bestätigen auch Patienten und einweisende Ärzte dem Zentrum. Entsprechende Erhebungen aus dem vergangenen Jahr belegen dieses Urteil: Im Vergleich zur Befragung aus dem Jahr 2014 ist die Zufriedenheit der Patienten weiter gestiegen. 90 Prozent der Befragten würden sich wieder für eine Behandlung im Krebszentrum entscheiden und genauso viele Patienten das universitäre Krebszentrum weiterempfehlen. Auch ein sehr großer Anteil der einweisenden Ärzte ist mit der Versorgung ihrer Patienten in dem Zentrum zufrieden. 96 Prozent der befragten Ärzte sagen, dass sie weiterhin Patienten in das Krebszentrum am Universitätsklinikum Dresden überweisen werden und es anderen Kollegen weiterempfehlen.

Mission Onkologisches Spitzenzentrum
Eine interdisziplinäre Versorgung von Krebspatienten auf höchstem Niveau sicherstellen sowie die Weiterentwicklung von Krebsforschung und -medizin voranbringen – dieses Ziel verfolgt die Deutsche Krebshilfe mit den von ihr geförderten Onkologischen Spitzenzentren. Neben dem Dresdner Krebszentrum unterstützt die Deutsche Krebshilfe derzeit bundesweit 12 weitere Onkologische Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Centers). Sie befinden sich in Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln/Bonn, Mainz, München, Tübingen-Stuttgart, Ulm und Würzburg.

Grundvoraussetzungen für Onkologische Spitzenzentren sind unter anderem eine zentrale Anlaufstelle für Krebspatienten sowie Tumorkonferenzen, ein interdisziplinäres Behandlungsangebot nach aktuellen medizinischen Leitlinien, ein modernes Qualitätssicherungssystem sowie innovative Forschungsaktivitäten. In diesen Comprehensive Cancer Centers sollen Krebspatienten umfassend und qualitätsgesichert versorgt sowie psychosozial begleitet werden. Die Deutsche Krebshilfe startete ihr Förderprogramm „Onkologische Spitzenzentren" im Jahr 2007 mit dem Ziel, die Krebsmedizin bundesweit stetig zu verbessern und auf ein hohes Niveau zu bringen. Zusammen mit weiteren von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentren und Organkrebszentren bilden die Spitzenzentren ein umfassendes Netzwerk der onkologischen Versorgung, das dazu beiträgt, dass Krebspatienten in Deutschland flächendeckend nach einheitlichen hohen Qualitätsstandards behandelt werden. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir somit die Grundlagen für eine flächendeckende, strukturierte, leistungsfähige und zukunftsorientierte Patientenversorgung in Deutschland geschaffen", erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven. „Dieses hohe Niveau der Patientenversorgung ist jedoch nur durch erhebliche Mehrleistungen der Zentren möglich, die weit über eine Regelkrankenversorgung hinausgehen und daher mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand in den Zentren verbunden sind. Unsere Förderung deckt nur einen Teil dieser Mehrleistungen ab. Wir haben dies kürzlich durch ein unabhängiges Gutachten ermitteln lassen". Im Nationalen Krebsplan sei die Bedeutung zertifizierter Versorgungsstrukturen als essenziell für die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung hervorgehoben und somit in der Gesundheitspolitik platziert. „In Zukunft wird es darum gehen, die Finanzierung dieser Strukturen adäquat und geregelt – auch durch die Krankenkassen – sicherzustellen", so(Quelle: Uniklinikum Dresden Presseveröffentlichung)

 

 

Innovationszentrum Medizintechnik entsteht in Jena und Ilmenau

In Thüringen entsteht ein neues Innovationszentrum für Medizintechnik. Dazu übergab Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute drei Förderbescheide über insgesamt 9,5 Millionen Euro an die drei beteiligten Forschungseinrichtungen – das Universitätsklinikum Jena (5,3 Millionen Euro), die Technische Universität Ilmenau (2,9 Mil­lionen Euro) und das Leibniz-Institut für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) (1,3 Millionen Euro). Die Mittel dienen insbesondere zur Anschaffung von Forschungsgroßgeräten und zur Deckung von Personalkosten. Alle drei Einrichtungen werden gemeinsam Träger des Innovationszentrums sein. Das neue „Thüringer Innovationszentrum für Medizintechnik-Lösungen (Diag­nose, Therapie, Optimierung durch optische Lösungen)" – kurz: ThIMEDOP – wird sich vor allem der Stammzell- und Altersforschung sowie der Onko­logie widmen und Forschungsprojekte im Bereich der Biomedizintechnik und Mikroskopie durchführen. Zudem sollen neue optische, spektroskopische und biotechnologische Nachweisverfahren entwickelt, die Dauer zur zur Entwick­lung zertifizierter Medizinprodukte verkürzt und generell der Transfer von Forschungsergebnissen in wirtschaftlich verwertbare Verfahren und Produkte beschleunigt werden. „Medizintechnik ist eine Kernkompetenz des Forschungs- und Wirtschafts­standorts Thüringen", sagte Tiefensee. Thüringen sei der größte Medizin­technik-Standort in den neuen Bundesländern, etwa 40 Prozent der Beschäf­tigten und 60 Prozent des Umsatzes der ostdeutschen Medizintechnik­branche entfallen auf den Freistaat. „Das neue Innovationszentrum soll deshalb zusätzliche Impulse für diesen wichtigen Bereich geben, die vor­handenen Kompetenzen stärker bündeln und für kurze Wege von der Forschung bis zur Anwendung sorgen", so der Minister. Die Förderung für das Innovationszentrum ThIMEDOP fließt zum überwie­genden Teil in die Anschaffung von Forschungsgroßgeräten und ‑infrastruk­tur. Das Zentrum soll künftig im Forschungsgebäude CetraMed beheimatet sein, das ab kommendem Jahr auf dem Gelände des Universitätsklinikums errichtet wird. „Im ThIMEDOP können sich Ärzte, Ingenieure und Grund­lagenwissenschaftler weiter vernetzen, um mit Hilfe optischer Technologien aus der klinischen Praxis kommende Probleme und Fragestellungen zu bearbeiten und entsprechende Lösungen und Anwendungen für die klinische Praxis zu entwickeln", betont der Prodekan für Forschung der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Andreas Hochhaus. Prof. Dr. Ralf Mrowka, ThIMEDOP-Sprecher und Leiter einer Arbeitsgruppe am UKJ, die im ThIMEDOP mitarbeiten wird: „Wir beginnen jetzt mit der organisatorischen Vernetzung und der Ausschreibung der Geräte. Das Innovationszentrum wird Projekte entlang der gesamten Innovationskette von der wissenschaftlichen Idee bis zur frühen Produktentwicklung im Bereich der Diagnostik und Therapie zusammenführen und ihnen eine gemeinsame Infrastruktur zur Verfügung stellen. Die wissenschaftliche Arbeit in unserem gemeinsamen Forschungsfeld wird weit vor dem Einzug in den CetraMed-Neubau starten." Laut Landesamt für Statistik umfasst die Medizintechnik-Branche in Thürin­gen insgesamt 56 Betriebe (ab 20 Mitarbeitern) mit 4.650 Beschäftigten, die einen Umsatz von mehr als 800 Millionen Euro erwirtschaften. Die Export­quote liegt mit fast 60 Prozent deutlich über dem Thüringer Durchschnitt. Die Unternehmensdatenbank der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) führt insgesamt sogar 448 Unternehmen mit Medizintechnik-Bezug auf, die insge­samt 18.700 Mitarbeiter beschäftigen. Die Stärken der Thüringer Unterneh­men liegen in Produkten der Augenheilkunde, OP-Systemen, Rollstühlen/ Prothesensystemen, Orthesen/therapeutische Hilfsmitteln, Analyse-, Bio- und Labortechnik sowie Geräte der Funktionsdiagnostik und bildgebenden Verfahren. Als Teil des Bereiches „Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft" ist die Medizintechnik ein Schwerpunkt der Thüringer Forschungs- und Innovations­strategie RIS3. Der Großteil der Unternehmen und wissenschaftlichen Ein­richtungen im Bereich der Medizintechnik sitzt in Jena. Das ThIMEDOP ist nach ThIMo, CEEC, InQuoSens, ThZM das fünfte von insgesamt sechs Inno­vationszentren, die das Land fördert und deren Einrichtung vom Wissen­schaftsrat befürwortet worden war. (Quelle: Uniklinik Jena/Presse)

Neue Krankheit „Handy-Daumen“

In Deutschland wird inzwischen vom "Handy-Daumen" gesprochen, in englischsprachigen Ländern von "WhatsAppitis" oder "WhatsApp Disease" – das Smartphone hat der Welt eine neue "orthopädische" Zivilisationskrankheit gebracht. "Beim einhändigen Bedienen des Smartphones wird der Daumen überbeansprucht", so Prof. Dr. Stefan Langer, Bereichsleiter Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie an der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig. "Das verstärkt sich mit zunehmender Größe der Handy-Displays – und mit dem Drang, ununterbrochen in den sozialen Netzen unterwegs zu sein." Der Daumen ist "von der Konstruktion her" dazu gedacht, das Greifen der Hand zu unterstützen. Der Faustschluss ist eine typische Bewegung für den stärksten Finger der menschlichen Hand; eine Dehn- oder Abspreiz-Bewegung auf Dauer aber nicht. "Die fortgesetzte Daumenbewegung in Richtung kleiner Finger strengt an und führt zu Schmerzen im daumenseitigen Handgelenk", so Prof. Langer. "Der typische Patient heute ist 15 bis 25 Jahre, eigentlich kerngesund und natürlich total vernetzt. Früher war der typische Patient eine 65-jährige Frau, die ihr ganzes Leben gearbeitet hat. Sie litt unter Verschleißerkrankungen, zu denen dann auch eine klassische Sehnenscheidenentzündung im Daumenbereich gehörte." Der Unterschied von heute zu früher im Patientenalter und in der körperlichen Konstitution ist nicht nur statistisch interessant, sondern raubt den Medizinern Therapieoptionen. "Die ältere Dame bekam oft eine Kortisonspritze, die Schmerzen ließen nach, die Entzündung klang ab. Nur zur Not mussten wir operieren und das Sehnenfach öffnen. Dem jungen Handy-User kann ich guten Gewissens kein Kortison geben: Der Patient beziehungsweise die Sehne hat noch das ganze Leben vor sich. Da kann es noch echte medizinische Probleme geben, bei denen Kortison unverzichtbar ist. Auch für eine OP gibt es keinen wirklichen Anlass. Ich kann den jungen Patienten nur raten: Handy weglassen. Mit etwas Geduld lassen die Schmerzen nach eine Woche nach." Natürlich können auch Ergotherapeuten helfen, wie Norina Weisenbilder von der Zentralen Einrichtung Physikalische Therapie und Rehabilitation am UKL. Die 34-Jährige kennt das Problem: "An jeder Haltestelle sehe ich meine künftigen Patienten stehen - Kopf geneigt, Rundrücken und den Daumen immer in Bewegung. Auf Dauer sind dann Muskelverspannungen die logische Folge. Erst der große Daumenbeuger, dann der Unterarm, die Schulter, der Nacken." Ergo- und Physiotherapeuten beherrschen Techniken, mit denen Faszien, Muskeln und Bindegewebe gelöst werden. Auch ein Kinesio-Tape am Daumensattelgelenk und an der Daumenseite des Unterarms hilft, den langen Daumenbeuger zu stabilisieren. "Ich rate den Handy-Tippern, beide Daumen zugleich einzusetzen", rät die Ergo- und Physiotherapeutin. "Damit müssen die Daumen keine großen Entfernungen auf dem Display zurücklegen, werden also nicht überdehnt. Und generell sollte die Spielerei am Handy im Rahmen bleiben. Dann tut auch der Daumen nicht weh." Prof. Langer macht indes noch darauf aufmerksam, dass die Handy-Sucht und ihre medizinischen Folgen auch von Allgemeinärzten einkalkuliert werden. "Ich möchte vermeiden, dass schnell übertherapiert wird. Kommt also ein junger Mensch mit Schmerzen in der Hand, muss man nicht sofort eine Röntgenaufnahme, ein CT oder gar ein MRT veranlassen. Eine preiswerte Ultraschallaufnahme macht meist die geschwollene Sehne sichtbar. Auch die manuellen Therapiemöglichkeiten müssen nicht gleich durchdekliniert werden. Ruhe reicht manchmal schon aus. Am besten wäre es", schmunzelt der Leipziger Chirurg, "wenn der Arzt ein zeitweises Handyverbot aussprechen könnte, wie bei den eigenen Kindern."

Weniger Krankenhäuser, mehr Patienten in Deutschland

Im Jahr 2014 wurden 19,1 Millionen Patientinnen und Patienten stationär im Krankenhaus behandelt, das waren 1,9 % Behandlungsfälle mehr als im Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, dauerte der Aufenthalt im Krankenhaus durchschnittlich 7,4 Tage (2013: 7,5 Tage). 

In 1 980 Krankenhäusern Deutschlands (2013: 1 996) standen für die stationäre Behandlung der Patientinnen und Patienten wie im Vorjahr insgesamt 500 700 Betten zur Verfügung. Nach wie vor steht annähernd jedes zweite Bett (48,0 %) in einem Krankenhaus eines öffentlichen Trägers, jedes dritte Bett (33,9 %) befindet sich in einem freigemeinnützigen Haus. Der Anteil der Krankenhausbetten in Einrichtungen privater Träger liegt bei 18,2 %.

Die Bettenauslastung lag mit 77,4 % um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. In öffentlichen Krankenhäusern stieg die Auslastung um 0,3 Prozentpunkte und erreichte 79,4 %. Die Bettenauslastung in freigemeinnützigen Häusern war mit 75,7 % um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. In privaten Häusern waren die Betten wie im Jahr 2013 zu 75,6 % ausgelastet. 

Rund 875 900 Vollkräfte – das ist die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten – versorgten 2014 die Krankenhauspatientinnen und -patienten. 150 700 Vollkräfte gehörten zum ärztlichen Dienst und 725 200 zum nichtärztlichen Dienst, darunter allein 318 800 Vollkräfte im Pflegedienst (2013: 316 300). Die Zahl der im Krankenhaus beschäftigten Vollkräfte stieg im Vergleich zum Vorjahr im ärztlichen Dienst um 2,5 % und im nichtärztlichen Dienst um 3,1 %, während die Zahl der Pflegevollkräfte um 0,8 % zunahm.

1,97 Millionen Patientinnen und Patienten nahmen 2014 eine stationäre Behandlung in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung in Anspruch. Das waren 18 400 Behandlungsfälle mehr als im Vorjahr (+ 0,9 %). 

In 1 158 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen standen rund 165 600 Betten zur Verfügung. Anders als bei den Krankenhäusern sind bei den Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen private Träger die größten Anbieter: Hier standen fast zwei Drittel aller Betten (66,0 %). Einrichtungen öffentlicher Träger verfügten hingegen nur über 18,7 % der Betten. Den geringsten Anteil hatten freigemeinnützige Einrichtungen mit 15,4 % des Bettenangebots. 

Die Bettenauslastung lag mit 82,4 % um 1,2 Prozentpunkte über dem Niveau des Vorjahres. Öffentliche Einrichtungen erreichten mit 91,6 % (2013: 91,1 %) die höchste Bettenauslastung, private Einrichtungen mit 79,5 % (2013: 77,9 %) die niedrigste. 

Rund 8 500 Vollkräfte im ärztlichen Dienst und 82 300 Vollkräfte im nichtärztlichen Dienst – darunter 20 900 Pflegevollkräfte – versorgten 2014 die vollstationären Patientinnen und Patienten in den Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen.

 

Quelle:Statistische Bundesamt

Das Land Sachsen bietet Stipendium für angehende Allgemeinärzte

 
Angehende Hausärzte, die nach ihrem Studium in Sachsen auf dem Land arbeiten wollen, können sich noch bis Ende September für ein Stipendium bewerben.
 
Kurzfristig könnten sich auch Studierende der Allgemeinmedizin im dritten bis fünften Semester bewerben, teilte das sächsische Gesundheitsministerium mit. Normalerweise sind die Fördergelder Studienanfängern vorbehalten. Voraussetzung für das Stipendium von 1.000 Euro im Monat ist die Bereitschaft, nach Abschluss der Facharztausbildung außerhalb der drei sächsischen Großstädte zu arbeiten. Sind alle Bedingungen erfüllt, muss das Stipendium laut Ministerium nicht zurückgezahlt werden.
 
Quelle: Sächsisches Gesundheitsministerium
 

Wieder ein Versuch mit Geld die Defizite in der ländlichen Patientenversorgung zu verdecken. Außer Aktionismus sind kaum haltbare Daten für den Erfolg solcher Stipendien ersichtlich. Ein Student braucht nach dem  Studium der Medizin von 6 Jahren nochmal 6 Jahre Ausbildung zum Facharzt. Das bedeutet, dass frühestens in 8 Jahren ein Stipendiat in die Ländliche Versorgung wechseln kann.

Bestehende Strukturen zu verbessern würde weniger Zeit in Anspruch nehmen.

Neue Personal - Geschäftsführerin bei Vivantes

 

Laut der Pressemitteilung des Berliner Vivantes Konzerns ist Annett Klingsporn neue Geschäftsführerin Personal bei Vivantes. Sie folgt damit auf Dr. Christian Friese und tritt ihre Position zum 1. Juli 2015 an.

Die vergangenen zehn Jahre war sie in der Geschäftsführung der DB JobService GmbH, einem Personal-Dienstleister der Deutschen Bahn, AG tätig, davon mehrere Jahre als Arbeitsdirektorin, zuletzt als Vorsitzende der Geschäftsführung.

Peter Zühlsdorff, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Vivantes: "Wir freuen uns sehr, dass wir eine in Personalfragen ausgewiesene Expertin für diesen Geschäftsführungsposten gewinnen und Vivantes damit stärken konnten."

Annett Klingsporn (49) hat Wirtschaftswissenschaften in Berlin studiert und begann ihren beruflichen Werdegang bei der Bundesdruckerei GmbH. Sie verantwortete viele Jahre die Unternehmensorganisation und leitete später auch die Konzernorganisation der authentos GmbH.

Nach eigenen Aussagen ist Vivantes Deutschlands größter kommunaler Klinikkonzern.

Es war in der Vergangenheit eine erhöhte Fluktuation bei Vivantes zu erkennen. Mit der neuen Personalie ist das Geschäftsführungsteam komplett und will sich nun aktiv den Aufgaben Stellen. Gerade in Berlin, mit über 78 Kliniken ist der Markt hart umkämpft.

mp


Neue Fusion der BG - Kliniken

 

Am 12.06.2015 gibt der Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung (KUV) per Pressemitteilung bekannt, dass 13 eigenständige Kliniken eine gemeinsame Holdinggesellschaft gegründet haben:

„…Nach vier Jahren intensiver Planung hat die komplexeste Krankenhausfusion Deutschlands einen Meilenstein erreicht: 13 bislang rechtlich unabhängige Kliniken, darunter die neun größten Unfallkrankenhäuser der Bundesrepublik, haben am 11. Juni 2015 ihre zukünftige Dachgesellschaft gegründet. Mit der einstimmigen Entscheidung durch die Verantwortungsträger soll damit bis 2016 eines der größten Gesundheitsunternehmen im Bundesgebiet entstehen.

Der neue Klinikkonzern mit insgesamt mehr als 12.500 Mitarbeitern, jährlich über 550.000 Patienten und einem Jahresumsatz von rund 1,21 Milliarden Euro wird über eine im deutschen Gesundheitswesen einzigartige strategische Ausrichtung verfügen: Die enge Verzahnung von Akutversorgung und Rehabilitation in sämtlichen Behandlungsphasen.

„Die BG-Kliniken begleiten ihre Patienten mit allen geeigneten Mitteln und über die Entlassung hinaus zurück in den Lebensalltag. Das unterscheidet uns von jeder anderen Klinikgruppe", so Reinhard Nieper, Geschäftsführer der neuen Dachgesellschaft. „Mit der gestrigen Entscheidung unserer Träger steht nun in der zweiten Jahreshälfte ein Fusionsprozess vor seiner Vollendung, den viele nicht für möglich gehalten hätten und der in dieser Dimension einmalig ist."

Die Kernkompetenz des neuen Konzerns liegt vor allem in chirurgischen Fachbereichen wie der Therapie von schwersten Hand-, Brand- und Rückenmarksverletzungen, der Versorgung von Schädel-Hirn- und Mehrfach-Verletzungen sowie der Behandlung von Berufskrankheiten…." (Pressemitteilung der KVU)

Aus unserer Sicht ist dieser Vorgang ein weiterer Schritt zur Neuordnung des Deutschen Krankenhausmarktes. Gemessen am Umsatz wir der neue Klinikverbund mit in den Top 10 der Deutschen Kliniken geführt werden.

 

 

 

RHM Kliniken erweiter nach Fusion mit Median-Kliniken das Portfolio weiter

Eines der größten ambulanten Rehabilitationszentren Deutschlands und eine der führenden Fachkliniken für Orthopädie und Rheumatologie, Psychosomatik, Psychotherapie und Interdisziplinäre Schmerztherapie mit modernem MBOR-Zentrum wechseln den Besitzer.

 Deidesheim / Bad Rothenfelde / Hannover. Die RHM Klinikgruppe aus Deidesheim übernimmt die Parkklinik Bad Rothenfelde und das Gesundheitszentrum Hannover. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten jetzt RHM Geschäftsführer Dr. André M. Schmidt und Reinhard Dengg als Geschäftsführer und Vertreter der Parkklinik Bad Rothenfelde Betriebs GmbH und der Gesundheitszentrum Hannover Betriebs GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Parkklinik Bad Rothenfelde besteht als Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie, Psychosomatik und Psychotherapie sowie Interdisziplinäre Schmerztherapie seit 1986. Aufgrund ihres Standortes und der gehobenen Ausstattung gehört sie in Niedersachsen zu den Spitzenbetrieben. Zur Klinik gehört das  MBOR Kompetenzzentrum Bad Rothenfelde, eine der modernsten Einrichtungen für die Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation Deutschlands. Hier stehen über 25 realistische Arbeitsplätze für arbeitsplatznahe Trainings und Schulungen zur Verfügung.

Das Gesundheitszentrum Hannover – mitten im Stadtzentrum gelegen – ist eine der größten und modernsten ganztägig ambulanten Rehabilitationskliniken Deutschlands. Die ursprünglich als Modelleinrichtung konzipierte Klinik deckt mit sechs Indikationen alle wesentlichen Rehabilitationsbereiche ab und ist auch Partner der Berufsgenossenschaften.

„Diese Einrichtungen ergänzen unser bestehendes Portfolio hervorragend. Sie bringen uns ein großes Stück voran auf dem Weg, ein starkes Versorgungsangebot mit komplexen Behandlungspfaden zu schaffen, die von der Operation bis zur teilstationären bzw. ambulanten Reha reichen", erläutert RHM Geschäftsführer Dr. André M. Schmidt. „Mit den „Zukäufen" ergänzen wir das aus MEDIAN und den RHM Kliniken und Pflegeheimen entstehende Gesundheitsunternehmen nicht nur um qualitativ sehr hochwertige Standorte, sondern um ein Know-how, das wir auf andere Standorte übertragen können. Außerdem erschließen wir mit den neuen Einrichtungen den niedersächsischen Markt weiter."

 Über RHM und MEDIAN-RHM:

Die RHM Klinikgruppe ist eines der führenden deutschen Gesundheitsunternehmen. Sie besitzt und betreibt an zehn Standorten Akutkliniken, Rehabilitationskliniken sowie Alten- und Pflegeheime. Die Klinikgruppe verfügt über insgesamt rund 2.900 Behandlungsplätze in 26 operativen Klinik- und Pflegebetrieben. Von der Therapieerfahrung und den hohen Qualitätsmaßstäben der über 1.900 Beschäftigten profitieren jährlich rund 50.000 Patienten und Bewohner.

Im laufenden Jahr 2015 fusioniert RHM Kliniken und Pflegeheime mit MEDIAN Kliniken. Es entsteht ein neues Gesundheitsunternehmen mit über 70 Einrichtungen, darunter Reha-Kliniken, Akutkrankenhäuser, Pflege- und Wiedereingliederungseinrichtungen an über 40 Standorten mit ca. 10.000 Mitarbeitern und ca. 12.000 Betten. 

 

Quelle: MEDIAN-Kliniken .de

Ein großer Teil der ländlichen Kliniken in Gefahr


Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Krankenhausinstitut sind rund
44 Prozent aller ländlichen Krankenhäuser mit Verlusten. Nur etwas
mehr als ein Drittel erzielt positive Ergebnisse. Gut 40 % der Kliniken
erwarten für 2015 weitere Verschlechterung ihrer Lage. Bis 2020 wird
eine deutliche Marktbereinigung durch Klinikfusionen oder Standort- und
Abteilungsschließungen erwartet.

Die aktuelle Situation ländlicher Kliniken ist kritisch, ihre Zukunftsaussichten düster. Das
ist das Ergebnis einer Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI).

Anhaltender Kostendruck, Investitionsstau, Fachkräftemangel und
demografischer Wandel verursachen auf dem Land weit größere Probleme als
in Großstädten und Ballungsgebieten. „Die Sicherung der
Wirtschaftlichkeit, der Erhalt der Investitionsfähigkeit und der sich
verschärfende Fachkräftemangel sind derzeit die größten
Herausforderungen für die ländlichen Krankenhäuser. Hier sind innovative
Konzepte und ein tiefgreifender Strukturwandel gefragt", unterstreicht
Alexander Morton aus dem BDO Branchencenter Gesundheit und Soziales.


Dabei wächst die Bedeutung gerade der ländlichen Kliniken derzeit
signifikant, denn Defizite in der ambulanten ärztlichen Versorgung
sorgen für steigende Patientenzahlen in den Notaufnahmen „Eine
angemessene zukünftige Gesundheitsversorgung auf dem Land erfordert
zwingend umfassende gesundheitspolitische Reformen", betont Dr. Karl
Blum, Leiter Geschäftsbereich Forschung beim DKI. Am wichtigsten sind
den befragten Krankenhäusern dabei gesundheitspolitische
Strukturmaßnahmen für den ländlichen Raum, wie etwa der Ausbau von
Kliniken zu regionalen Gesundheitszentren, die Versorgungsprozesse
sektorübergreifend steuern und integrieren. Die aktuelle Rechtslage ist
hierfür ein großes Hemmnis. „Unsere praktischen Erfahrungen zeigen aber,
dass sich trotzdem umsetzbare Lösungen finden lassen. Es geht, wenn
alle Beteiligten mitziehen", fügt BDO Krankenhausexperte Carsten Schäfer
hinzu.


Den höchsten Anteil ländlicher Krankenhäuser haben die östlichen
Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern 97%, Thüringen 90%, Brandenburg
86%, Sachsen-Anhalt 76%, Sachsen 96%). Auch in Schleswig-Holstein
stellen sie mit 69% die Mehrzahl der Kliniken, ebenso in Niedersachsen
mit 54%. Gerade dort stehen die ländlichen Krankenhäuser aktuell vor den
größten Schwierigkeiten.


 Quelle: www.dki .de

Die Forderungen des Marburger Bundes für den neuen TV Ärzte VKA


Marburger Bund fordert wehniger Wochendienste und 5,4 % mehr Gehalt für 2014/2015

19.11.2014 – „Das Verhältnis zwischen Arbeitsleistung und Erholung muss endlich besser

werden. Deshalb fordert der Marburger Bund in dieser Tarifrunde mit den
kommunalen Arbeitgebern eine spürbare Reduzierung der
Bereitschaftsdienste am Wochenende", erklärte heute Rudolf Henke, 1.
Vorsitzender des Marburger Bundes, bei der Präsentation der Forderungen
der Ärztegewerkschaft in den ab 18. Dezember 2014 beginnenden
Tarifverhandlungen für rund 55.000 Ärztinnen und Ärzte in bundesweit
etwa 600 kommunalen Krankenhäusern. „Vor allem die Dienste am Wochenende
belasten die Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern. Eine soziale
Teilhabe, wie sie für andere Arbeitnehmer an Wochenenden ganz
selbstverständlich ist, bleibt Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus
vielfach verwehrt. Die hohe Belastung durch ungünstige Arbeitszeiten
führt zu gesundheitliche Beeinträchtigungen und verhindert eine
verlässliche Planung der Ruhezeit und der Zeit für Familie. Deshalb
wollen wir in dieser Tarifrunde mit der VKA erreichen, dass
Bereitschaftsdienst an höchstens zwei Wochenenden im Monat angeordnet
werden darf", so Henke. Der MB nehme an dieser Stelle auch gerne eine
Vorreiter- und Schrittmacherrolle für bessere Arbeitsbedingungen im
Krankenhaus ein.

Wer rund um die Uhr im Krankenhaus Dienst leistet, wenn andere schlafen, mit ihren Familien
zusammen sind oder ihren Freizeitaktivitäten nachgehen, darf dafür auch
eine angemessene Bezahlung verlangen. Die aktuellen
Bereitschaftsdienst-Stundenentgelte sind keine adäquate Kompensation für
die zunehmende Arbeitsbelastung der Ärzte auf unterbesetzten Stationen,
insbesondere in den Nacht- und Wochenendstunden. Stattdessen fordert
der Marburger Bund eine Struktur, die differenzierte
Bereitschaftsdienstentgelte vorsieht und insbesondere auch die
Berufserfahrung adäquat berücksichtigt. Zwei Jahre nach dem letzten
Tarifabschluss mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
(VKA) müssen auch die Grundgehälter der Krankenhausärzte mit der
allgemeinen Tarifentwicklung Schritt halten. Der Marburger Bund fordert
ab 1. Dezember 2014 eine lineare Erhöhung der Ärztegehälter um 5,4
Prozent. Die Laufzeit des Tarifabschlusses soll ein Jahr betragen.
Rudolf Henke: „Wir bewegen uns damit im Konzert der Forderungen anderer
Gewerkschaften. Die geforderte Höhe ist betriebswirtschaftlich
vertretbar und volkswirtschaftlich vernünftig."

 

Guter Ruf zahlt sich aus: Im letzten Halbjahr wurden zehn neue Ärzte am Eisenberger Waldkrankenhaus Rudolf Elle eingestellt

Erfreuliche Resultate der erfolgreichen Bewerbermessen der maep:

 

Seit April verstärkt der 27-jährige Dimitri Nowack aus Jena das Ärzteteam der Orthopädie. Noch fünf Jahre Ausbildung liegen vor ihm, bis er seinen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in der Tasche hat. Vielleicht spezialisiert er sich dann auf das Fachgebiet Hand- und Fußchirurgie. "Zur Zeit arbeite ich mit Oberarzt Andreas Wagner zusammen, eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er ist für mich ein großes Vorbild, auch als Chef und Mensch." Kurze Wege, flache Hierarchien und vor allem die Wertschätzung der jungen Kollegen - das überzeugte viele der angehenden Ärzte. Allein im letzten Halbjahr wurden zehn Ärzte am Waldkrankenhaus neu eingestellt, weitere sind geplant. Die Patienten freuen sich über die jungen Gesichter. "Wir stellen uns als Assistenz-Arzt vor. Die Patienten nehmen uns ernst, zumal ja auch immer erfahrene Kollegen an unserer Seite sind." Eine große Hilfe für die jungen Ärzte ist auch das Pflegeteam. "Die Schwestern und Physio­therapeuten sind erfahren, helfen uns immer weiter. Wir arbeiten wirklich super zusammen" , sagt Dimitri Nowack. Auch das Pflegeteam des Krankenhauses wurde in diesem Jahr schon mit zwölf neuen Kollegen und Kolleginnen verstärkt. "Unser Lehrstuhl für Orthopädie gehört zu den größten ­universitären Orthopädien Deutschlands. Die jungen Ärzten lernen hier von den besten Kollegen", so Professor Georg Matziolis. "Wir investieren hier in die Zukunft unseres Hauses, zum Wohle der Patienten." Um die 25 Jahre sind die meist­en neuen Kollegen jung. Die Familienplanung ist für den Ärzte-Nachwuchs noch ein Zukunftsthema: "Aber gut zu wissen, dass es hier den schönen Kneipp-Kindergarten mit familienfreundlichen Öffnungszeiten gibt", meint Linda Krakow. Die gebürtige Brandenburgerin wurde auf einer Berufsmesse im Gespräch mit Oberarzt Christoph Windisch von Thüringen und Eisenberg überzeugt. Kindergarten, Teilzeitmodelle, geregelte Arbeitszeiten - für viele junge Mediziner steht heute die Karriere nicht immer an erst­er Stelle, weiß Geschäftsführer David-Ruben Thies. "Darauf stellen wir uns ein. So lässt sich unser Haus gerade zertifizieren; beim Audit Familie und Beruf. Wir wollen zufriedene und motivierte Mitarbeiter", so Thies.

Patienten sind heute viel aufgeklärter

Halbgötter in Weiß, das wollen die jungen Mediziner nicht sein. "Die Patienten sind heute auch viel aufgeklärter, fragen nach. Das ist gut so. Gemeinsam können wir dann nach dem Besten für den Patienten suchen", sagt Dimitri Nowack. Das Klischee vom allwissenden Arzt stecke aber in den Köpfen fest. "Meine Freunde fragen immer, ob ich dieses oder jenes Wehwehchen mal schnell behandeln kann" lacht Nowack. Gerade ­viele Fernsehserien steckten oft voller Klischees. "Und dann erklär mal, dass es im Krankenhaus zwischenmenschlich nicht so zugeht wie im Film. Aber wir sind ein sehr junges Team, da denkt sich jeder seinen Teil", lacht auch Linda Krakow. Dimitri Nowack und Linda Krakow sind zwei von zehn jungen Medizinern, die in diesem Jahr nach Eisenberg gekommen sind. Weil sie den guten Ruf der Klinik schätzen, die fachliche Kompetenz der Kollegen und die Herzlichkeit der Menschen. Eines gibt es allerdings, was Linda Krakow an Eisenberg ­bemängelt: "Mir fehlt das Wasser - die Ostsee ist wirklich schwer zu ersetzen." !

 

Quelle: 29.07.14 /OTZ.de

Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus – oft kein Fortschritt für Beschäftigte und Patienten

Viele Krankenhäuser in Deutschland haben in letzter Zeit Organisation und Arbeitsteilung verändert. Allerdings bringt das auf den Stationen häufig keine Verbesserungen für Beschäftigte und Patienten. Medizinisches und Pflegepersonal sind weiterhin mit Arbeitsverdichtung und Stellenabbau konfrontiert. Vor allem den Pflegenden bleibt oft zu wenig Zeit für Kernaufgaben, insbesondere das Gespräch mit Patienten und Angehörigen. Das zeigt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung. Die Studienautoren vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen haben darin erstmals untersucht, wie sich die Zuordnung von Aufgaben, Tätigkeiten und Qualifikationen im Reorganisationsprozess der Krankenhäuser verändern. Die Untersuchung wird heute auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Das IAT-Forschungsteam um Prof. Dr. Josef Hilbert stützt seine Studie auf eine umfangreiche Online-Befragung, an der sich mehr als 2500 Krankenhausbeschäftigte aus ganz Deutschland beteiligt haben: Neben Pflegekräften, die die größte Gruppe stellen, und Ärzten auch Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und medizinische Fachangestellte. Die Befragung ist nicht repräsentativ, vermittelt nach Einschätzung der Wissenschaftler aber einen guten Einblick in die Situation in deutschen Krankenhäusern. Zusätzlich werteten sie die Forschungsliteratur und Daten von Lohnspiegel.de aus – das Projekt, das vom WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung wissenschaftlich begleitet wird, erhebt die Bezahlung unter anderem in Gesundheitsberufen.

Angesichts der hohen Belastung sowohl von Medizinern als auch von Pflegenden werde in Fachkreisen häufig eine „neue Arbeitsteilung zwischen den Gesundheitsberufen" gefordert, schreiben die IAT-Forscher. Ansätze dazu seien auf vielen Stationen längst zu beobachten. So übernehmen beispielsweise Pflegekräfte Aufgaben, die früher vor allem Ärztinnen und Ärzten vorbehalten waren und geben ihrerseits Arbeiten an „Assistenzdienste" ab (Einzelheiten siehe unten). Krankenhausmanager geben in Umfragen an, in den letzten Jahren schon viel für bessere Arbeitsbedingungen getan zu haben. Die Sicht der Beschäftigten lasse aber „starke Zweifel daran aufkommen, dass diese Veränderungen erfolgreich sind", betonen Hilbert und seine Forscherkollegen Christoph Bräutigam und Michaela Evans. Dabei unterschieden sich die verschiedenen Berufsgruppen zwar im Ausmaß ihrer Kritik, sähen aber insgesamt die gleichen Probleme. So wiedersprechen rund 78 Prozent der Pflegenden, mehr als 63 Prozent der Ärzte und etwa 70 Prozent der übrigen Befragten der Aussage: „Meine Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten 5 Jahren verbessert". Mehr als 50 Prozent der befragten Krankenhausbeschäftigten glauben nicht, dass Patientinnen und Patienten von den bisher erfolgten Veränderungen der Aufgabenverteilung auf ihren Stationen profitieren.

Weniger Stellen, mehr Arbeit
Bis zu 50.000 Stellen sind nach Schätzungen von Gesundheitsforschern seit Mitte der 1990er Jahre im Pflegedienst der deutschen Krankenhäuser gestrichen worden – bei steigenden Patientenzahlen. Die in der IAT-Studie befragten Pflegerinnen und Pfleger beschreiben die damit verbundene Arbeitsverdichtung auch für die jüngste Zeit: 71 Prozent geben an, auf ihrer Station seien Pflegestellen abgebaut worden. Lediglich 16 Prozent berichten von neuen Arbeitsplätzen und nur knapp 12 Prozent geben an, dass Aufgaben in der Pflege reduziert worden seien. Auch nach Einschätzung der Ärztinnen und Ärzte sind in ihrem Arbeitsbereich eher Stellen gestrichen als geschaffen worden. Zudem berichten fast 37 Prozent, dass auf ihrer Station Mediziner als Leih- oder Zeitarbeiter beschäftigt würden.

Zu wenig Zeit fürs Wesentliche
Im Arbeitsalltag erleben viele Beschäftigte aus allen Berufsgruppen permanente Zeitknappheit. Knapp 60 Prozent sagen, sie hätten nicht genug Zeit für ihre Arbeit, weitere 27 Prozent beantworten die Frage mit „teils-teils". Mehr als die Hälfte der befragten Ärzte und Pflegekräfte können zumindest mehrmals in der Woche nicht die vorgesehenen Pausen machen. Fast 83 Prozent aller Beschäftigten geben an, dass auf ihrer Station wichtige Aufgaben vernachlässigt würden. Rund 60 Prozent der Pflegenden und rund die Hälfte der Mediziner beobachten beispielsweise, dass nicht genug für die Information, Anleitung und Beratung von Patienten getan werde. Jeweils knapp die Hälfte der Befragten finden, dass die Ausbildung auf ihrer Station zu kurz komme. Ein Drittel der Pflegenden und etwa jeder fünfte Mediziner sprechen von Defiziten bei der Dokumentation.

Gleichzeitig, konstatieren die Forscher, liege bei den Pflegekräften „ein erheblicher Teil des Aufgabenspektrums abseits der Arbeit mit Patientinnen und Patienten". Jeweils rund 40 Prozent der Pflegenden geben an, dass sie auch für Transporte, Botendienste, Reinigungsarbeiten, Verwaltung und hauswirtschaftliche Tätigkeiten eingesetzt werden – während sie mit ihren Kernaufgaben kaum nachkommen.

Verschiebung von Aufgaben, aber keine echte Reorganisation
Mehr als 78 Prozent der befragten Pflegerinnen und Pfleger haben nach eigener Angabe in letzter Zeit Tätigkeiten vom ärztlichen Dienst übernommen. Pflegekräfte versorgen verstärkt Wunden, sie setzen Spritzen, legen Venenkanülen, geben Medikamente zur Chemotherapie, kümmern sich um die Dokumentation. 47 Prozent bekamen darüber hinaus zusätzliche Verwaltungsaufgaben übertragen.

Zwar haben in etlichen Kliniken offenbar auch die Pflegedienste Aufgaben abgeben können. Der Anteil der Beschäftigten, die von solchen Entlastungen berichten, ist allerdings deutlich geringer: Knapp 44 Prozent der befragten Pflegekräfte tun das. Am häufigsten hat der Pflegedienst Mahlzeitenbestellungen, die Begleitung von Patienten im Krankenhaus, Boten- und Transportaufgaben sowie Reinigungsarbeiten abgeben können. Übernommen haben solche Tätigkeiten vor allem Beschäftigte in „Assistenzdiensten" wie Servicehelferinnen, Stationsassistenten, Pflegehilfskräfte. Ein gutes Drittel der Befragten gibt an, dass derartige Dienste auf ihrer Station neu eingerichtet worden sind.

Doch auch wenn Verschiebungen in der Arbeitsteilung damit durchaus verbreitet sind – von effektiven Reorganisationen kann nach Analyse der IAT-Experten keine Rede sein. Hilbert und seine Ko-Forscher sprechen von „Experimenten", die die Praktiker auf den Stationen meist nicht überzeugten. Beispiel Pflegedienst: Dessen „Entlastung von patientenfernen Aufgaben" sei „bei weitem noch nicht systematisch und flächendeckend umgesetzt". Und wenn die Pflegekräfte Aufgaben und Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten übernähmen, dann handele es sich oft nur um „Einzeltätigkeiten" und nicht um zusammenhängende „Aufgabenkomplexe". Die von Gesundheitsexperten immer wieder geforderte „sachgerechte interdisziplinäre Kooperation der Berufe zur Verbesserung der Patientenversorgung" komme dadurch kaum voran. Auch werde die Chance nicht genutzt, „die professionelle Rolle der Pflege im Krankenhaus zu stärken" und damit den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten, die auch ihre Arbeitszufriedenheit erhöht. Dazu passt, dass die meisten Befragten angemessene Weiterbildungsmöglichkeiten vermissen: Nur knapp 17 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger sind zufrieden damit, wie ihr Arbeitgeber sie in der Fort- und Weiterbildung unterstützt. Und lediglich ein gutes Drittel gibt an, bei Bedarf die nötige Weiterbildung zu erhalten.

Viele machen sich Sorgen um die Rente
Die Forscher vom IAT attestieren den Krankenhausbeschäftigten hohes Engagement. Trotzdem sehen sie insbesondere den Pflegebereich schlecht für eine Zukunft gerüstet, in der das Personalangebot schon wegen der demografischen Entwicklung zurückgeht und ein gravierender Fachkräftemangel droht. Während die Verantwortung der Beschäftigten wachse, blieben ihnen entsprechende Gestaltungsspielräume und Entscheidungsbefugnisse vorenthalten. In strategische Entscheidungen sehen sich viele Beschäftigte nicht hinreichend eingebunden – auch wenn diese ihren Arbeitsplatz unmittelbar betreffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bezahlung: In der IAT-Umfrage sagen knapp zwei Drittel der Pflegekräfte, sie würden nicht ihrer Leistung angemessen bezahlt. Laut WSI-Lohnspiegel verdienen Krankenschwestern bei einer 40-Stunden-Woche brutto durchschnittlich 2.513 Euro im Monat, ihre männlichen Kollegen kommen auf 2.742 Euro. Spezialisierte Operationsschwestern und -pfleger erhalten im Durschnitt 3.247 und 3.533 Euro. Helferinnen und Helfer in der Krankenpflege müssen sich mit weniger als 2.000 Euro im Monat begnügen. Knapp die Hälfte der vom IAT befragten Pflegekräfte macht sich Sorgen, nicht genug zu verdienen, um später einmal eine auskömmliche Rente zu bekommen.

 Quelle: Pressemiteilung Hans Böckler Stiftung 28.08.2014

 

Krankenhausfinanzierung: MB fordert „Reform aus einem Guss“

08.09.2014 – Der Marburger Bund (MB) appelliert an Bund und Länder, eine grundlegende Krankenhausreform in Angriff zu nehmen, die Fehlanreize im Vergütungssystem beseitigt und mehr Investitionen ermöglicht. „Ohne eine umfassende Reform der Krankenhausfinanzierung ist zu befürchten, dass sich Personalabbau und Rationalisierungsdruck unbegrenzt fortsetzen. Die Überlastung des Krankenhauspersonals würde weiter zunehmen und die ohnehin schon zu knapp bemessene Zeit für eine zuwendungsorientierte Medizin und Pflege weiter begrenzt", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte an die Mitglieder der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform.

Die für die Bereitstellung der Investitionsfördermittel verantwortlichen Bundesländer haben ihre Finanzmittel in den vergangenen Jahren kontinuierlich gekürzt. Mit derzeit bundesweit 2,7 Mrd. Euro Fördermitteln liegen sie weit unter dem erforderlichen Investitionsbedarf von jährlich mindestens 6 Mrd. Euro. Wenn die Länder angesichts ihrer Haushaltslage und der künftigen Schuldenbremse nicht in der Lage sind, diese Mittel allein aufzubringen, müssen der Bund und die Länder gemeinsam eine ausreichende Investitionsfinanzierung sicherstellen. Hierzu bedarf es einer gesetzlich verankerten Mindestförderung für den Substanzerhalt und die Investition in bedarfsgerechte Strukturen.

Auch bei der Betriebskostenfinanzierung erwarten die angestellten Ärzte grundlegende Änderungen. Das vor zehn Jahren eingeführte System diagnosebezogener Fallpauschalen (DRG) hat teilweise zu erheblichen Fehlentwicklungen geführt. So ist die Finanzierung von Vorhaltekosten für gesellschaftlich erwünschte Versorgungsstrukturen in den DRG-Durchschnittspreisen nicht ausreichend berücksichtigt. Dies betrifft zum Beispiel die flächendeckende Notfallversorgung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2012 etwa 42 Prozent der stationären Aufnahmen Notfälle (rund 7,5 Mio. Fälle).

Der Marburger Bund schlägt daher in seinen „Eckpunkten einer Reform der Krankenhausversorgung" vor, diejenigen Leistungen, die mit Fallpauschalen nicht sachgerecht vergütet werden können, aus der Kalkulationsbasis der DRG herauszunehmen und über krankenhausindividuelle Zuschläge auszugleichen. Dazu gehören beispielsweise schwere und komplexe Erkrankungen mit einem besonderen Therapiebedarf, Leistungen der Organtransplantation und umfangreiche intensivmedizinische Leistungen, Ausgaben zur Förderung der ärztlichen Weiterbildung sowie zur Sicherstellung des Versorgungsauftrages von Plankrankenhäusern und die darüber hinausgehenden besonderen Aufgaben der Universitätsklinika bzw. der Maximalversorger.

Quelle: marburger-bund .de

 

Helios stockt Ärztegehälter auf.

2,6 Prozent mehr Geld erhalten die Ärzte in den 36 Helios-Akutkliniken rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Eine zweite Gehaltserhöhung, ebenfalls um 2,6 Prozent, ist zum 1. Januar 2014 vereinbart. Im gleichen Umfang und zu den gleichen Zeiten sollen sich die Stundenentgelte der Ärzte für Bereitschaftsdienste und Überstunden erhöhen. Das teilte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit. Dies seien die Eckpunkte einer Tarifeinigung für die rund 4000 Ärzte im Helios-Konzerntarifvertrag, auf die sich eine Verhandlungskommission des Marburger Bundes und der Helios Kliniken GmbH geeinigt hätten. Die Tarifgremien müssen dem noch zustimmen. (Quelle: Ärztezeitung)

Fresenius frisst Rhön fast komplett

Der Gesundheitskonzern Fresenius kauft für gut drei Milliarden Euro 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren der Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum. Die Fresenius-Tochtergesellschaft Helios wird nach der Übernahme mit 117 Kliniken und einem Umsatz von rund 5,5 Milliarden Euro der größte private Klinikbetreiber in Europa sein. das Bundeskartellamt muss noch zustimmen. Die verkauftenHäuser sollen im laufenden Jahr zusammen einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 250 Millionen Euro und einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erzielen - das entspricht rund zwei Dritteln der Gesamterlöse von Rhön. Fresenius legt dafür 3,07 Milliarden Euro auf den Tisch. Die Aufsichtsräte und Vorstände beider Unternehmen hätten das Geschäft bereits abgesegnet und entsprechende Verträge unterschrieben, sagte ein Fresenius-Sprecher. Eine Zustimmung der Rhön-Aktionäre sei nicht mehr nötig. In Deutschland wird Helios als erster Anbieter ein flächendeckendes Kliniknetz betreiben und kann somit Angebote wie eine private Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte einführen. „In Zukunft wird die Mehrheit der Menschen in Deutschland binnen einer Stunde eine Helios-Klinik erreichen können“, erklärte Fresenius. Rhön will sich in Zukunft vor allem auf Krankenhäuser konzentrieren, an denen Spitzenmedizin und universitäre Forschung betrieben wird. Die Basis des nun deutlich kleineren Konzerns bilden die Häuser in Bad Berka und Frankfurt/Oder, der Stammsitz in Bad Neustadt sowie die Universitätskliniken in Gießen und Marburg. Die „neue Rhön“ startet mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro und rund 15.000 Mitarbeitern. (Quelle: mit google news, FAZ)

MEDIAN Kliniken übernehmen Gesundheitspark Bad Gottleuba

Der Vertrag ist Anfang September unterzeichnet worden. Vorbehaltlich u.a. der Zustimmung durch die Kartellbehörden soll der Gesundheitspark Bad Gottleuba noch in diesem Jahr in das Gesamtunternehmen integriert werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bei dem Gesundheitspark im Einzugsbereich der sächsischen Landeshauptstadt Dresden handelt es sich um ein Klinikzentrum mit etwa 580 Betten. Zu dem Komplex in einem 28 Hektar großen Parkgelände gehören wertvolle Jugendstilgebäude ebenso wie moderne Gebäude. Die fünf Fachkliniken sowie eine Familienklinik sind auf die Indikationen Orthopädie, Psychosomatik und Innere Medizin spezialisiert. In der Region sind die MEDIAN Kliniken schon mit der Klinik Berggießhübel (Orthopädie und Psychosomatik) präsent. MEDIAN Kliniken ist nach eigenen Angaben größter privater Betreiber von Fachkliniken für Post-akut- und Rehabilitationsmedizin in Deutschland. (Quelle: Google news)

Bundesärztekammer hat Vorarbeiten für neue GOÄ abgeschlossen

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat parallel dazu ihre Forderung nach eine Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bekräftigt. „Es ist nun an den übrigen Beteiligten, vor allem der privaten Krankenversicherung (PKV), aber auch der Politik und hier dem verantwortlichen Bundesgesundheitsministerium, die Chance zur Realisierung der Novelle auf der Basis des GOÄ-Entwurfs der Bundesärztekammer zu nutzen", forderte BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Das vorgeschlagene Leistungsverzeichnis für die neue GOÄ bildet eine komplette Neubeschreibung des gesamten ärztlichen Leistungsspektrums in Krankenhaus und Praxis nach aktuellem Stand der medizinischen Wissenschaft ab, so die BÄK. (Quelle: BÄK)

Resolution der Zukunftsallianz für Gesundheit: Die medizinische Fakultät Halle muss gestärkt werden

Dutzende Verbände, Firmen und Kommunenhaben sich für den Erhalt des Standortes der Medizinischen Fakultät in Halle stark gemacht. Zu den Unterzeichnern gehören neben namhaften Einzelpersonen des Gesundheitswesens Ärztekammern und 15 Krankenhäuser. Sie fordern den Erhalt einer Vollfakultät in Halle und ein klares Bekenntnis der Landesregierung zum Hochschulmedizin-Standort Halle. "Wir fordern den uneingeschränkten Erhalt der medizinischen Vorklinik und Klinik jetzt und in Zukunft", heißt es in der Resolution. Fünf Einzelthesen untersetzen die Forderung, darunter "Wir wollen keine Medizin von gestern, wir wollen den medizinischen Fortschritt" und "Wir brauchen mehr Allgemeinmedizin und weniger Allgemeinplätze". Unter Verweis auf die Qualität der zahnmedizinischen Ausbildung in Halle fordern die Unterzeichner "Wir wollen keine Lücken, nicht in der Ausbildung und nicht bei den Zähnen". Das Finanzministerium von Sachsen-Anhalt angeregt, das Universitätskrankenhaus in Halle zu schließen, da sich das steuerschwache Land nicht zwei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken leisten könne. Wie die Hochschulmedizin Halle ist auch die Landesärztekammer davon überzeugt, dass der Wegfall eines der beiden medizinischen Hochschulstandorte „fatal für die ärztliche Versorgung im Land“ wäre. (Quelle: Bundesärztekammer, Ärzteblatt)

Nicht mehr Arztbesuche in Thüringen

Zahl der abgerechneten Behandlungsfälle sinkt nur marginal. ERFURT. Ein halbes Jahr nach Abschaffung der Praxisgebühr hat sich die Zahl der Arztbesuche in Thüringen nicht signifikant erhöht. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) blieb die Zahl der abgerechneten Behandlungsfälle im ersten Vierteljahr 2013 mit rund 3,78 Millionen fast unverändert - ein Minus von lediglich einem Prozent zum Vorquartal. Die Zahl der Überweisungen zu Fachärzten hingegen sank im ersten Quartal 2013 sogar um 30 Prozent im Vergleich zum letzten Jahresviertel 2012. (Quelle: Ärztezeitung)

Terminvergabe bei Fachärzten: Lange Wartezeiten sind Zeichen für Unterversorgung

Die teilweise langen Wartezeiten sind laut Virchowbund Ausdruck einer handfesten Versorgungskrise. Das Problem liege hingegen nicht bei einer etwaigen Bevorzugung von Privatpatienten. „Auch ohne die rund elf Prozent Privatpatienten hätten wir ein Problem mit langen Wartezeiten bei nicht akuten Leiden, es wäre sogar noch schlimmer. Denn würden die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten aus den Privatumsätzen wegfallen, wie es die Grünen mit der Bürgerversicherung planen, müssten etliche Praxen schließen", sagt der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, Dr. Dirk Heinrich. Bei einer Umfrage im Auftrag der grünen Bundestagsabgeordneten Viola von Cramon hatten Kassenpatienten in Niedersachsen im Durchschnitt 24 Tage länger auf einen Termin beim Arzt zu warten im Vergleich zu privat Versicherten. Im Juli waren 340 Facharztpraxen zunächst von einem gesetzlich Versicherten, anschließend von einem Privatpatienten angerufen und um einen Termin gebeten worden. Im Ergebnis warten Kassenpatienten in Niedersachsen mehr als drei Wochen länger auf einen Termin beim Arzt als privat Versicherte. Bei den fingierten Beschwerden handelte es sich nicht um akute Leiden. „Gerade in dünn besiedelten Gebieten, wie in Niedersachsen, leben relativ wenig Privatpatienten. Ihr Umsatzanteil ist entsprechend gering, sie nehmen den gesetzlich Versicherten keine Termine weg.“ Die teilweise langen Wartezeiten seien vielmehr Ausdruck einer handfesten Versorgungskrise. „Wir haben schlichtweg zu wenig Fachärzte dort, wo sie offensichtlich dringend gebraucht werden“, konstatiert Heinrich. So seien oft Mitversorgungseffekte bei Praxen zu beobachten, die entweder in oder in der Nähe eines unterversorgten Gebiets liegen. Die Terminvergabe dauere durch die Mehrbelastung entsprechend länger. (Quelle: NAV Virchowbund)

Ärztesitze auch für Psychologen

Ab kommendem Jahr können bundesweit 276 Praxissitze,die für ärztliche Psychotherapeuten reserviert waren, an psychologische Psychotherapeuten (PP) vergeben werden. Aufgrund des medizinischen Nachwuchsmangels im Fachbereich konnten viele Sitze nicht besetzt werden. Die Zulassungsmöglichkeiten wurden also nicht ausgeschöpft. Die Mindestquotenregelung, wonach 25 Prozent der psychotherapeutischen Sitze für ärztliche Psychotherapeuten vorbehalten bleiben, wird um zwei Jahre bis 2015 verlängert. Das hat der Deutsche Bundestag beschlossen. Gleichzeitig wird die Mindestquote von 20 Prozent für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten verlängert. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt 6/2013)

Mehr Ärzte erhalten Fördergelder

Immer mehr Ärztinnen und Ärzte bekommen für die Weiterbildung Geld aus Förderprogrammen. Im stationären Bereich wurden 2025 Ärzte gefördert, fünf Prozent mehr als im Vorjahr, so der 2. Evaluationsbericht zum Programm über das Jahr 2011. Im ambulanten Bereich stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr sogar um knapp sieben Prozent. Außerdem wurde die finanzielle Förderung allgemein erhöht: im ambulanten Bereich werden allgemeinmedizinische Weiterbildungsstellen seither mit 3500 Euro monatlich gefördert. Davor waren es 2040 Euro monatlich. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Facharztanerkennungen leicht von 10,4 auf 11,2 Prozent. Etwa sechs von zehn der neuen Fachärzte sind Frauen. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt 6/13)

Einheitliche Regeln für die Überprüfung der Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte gefordert

Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery begrüßt Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz zu einheitlichen Sprachkursregelungen für ausländische Ärzte „Wir brauchen [...] dringend bundesweit einheitliche Regeln für die Überprüfung der Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte“, erklärte er in Berlin. Dies habe auch der 116. Deutsche Ärztetag Ende Mai in Hannover gefordert. „Für die Erteilung der Berufserlaubnis oder der Approbation sollten gegenüber der zuständigen Behörde auch die entsprechenden Sprachkenntnisse nachgewiesen werden“, hieß es. Dies betreffe „allgemeine Sprachkenntnisse mindestens auf Level B2 sowie Kenntnisse der Fachsprache. Bund und Länder sollten dafür einheitliche Kriterien festlegen.“ Wie Montgomery sagte, seien die Ärztekammern bereit, die Fachsprachprüfungen durchzuführen. (Quelle: Gesundheitspolitischer Brief)

Jeder dritte Arzt fällt durch Sprachtest

In Thüringen ist die Hürde für viele ausländische Ärzte zu hoch - zumindest beim ersten Versuch. B2 Zertifikat für Ausländische Ärzte JENA. Seit Jahresbeginn müssen ausländische Ärzte beim Landesverwaltungsamt Weimar eine obligatorische Sprachprüfung ablegen. Nach Angaben der Behörden haben von bisher 49 teilnehmenden Ärzten 32 bestanden - jeder Dritte ist somit durchgefallen. Als häufigsten Grund für das Nichtbestehen nennt das Landesverwaltungsamt "Wortfindungsstörungen". Die Mediziner seien häufig nicht in der Lage, einen Bezug zum Patienten herzustellen oder zufriedenstellende Antworten zu geben, erklärte ein Sprecher auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Den Test muss jeder ausländische Arzt bestehen, der in Thüringen mit einer Approbation oder Berufserlaubnis arbeiten will. Bis Ende 2012 reichte ein allgemeiner Sprachnachweis der Stufe B2, der gänzlich ohne medizinisches Vokabular auskommt. Dreistufiges Prüfverfahren "Insbesondere im Patientengespräch darf es nicht zu Missverständnissen kommen, da andernfalls die Gesundheit der Patienten beeinträchtigt werden kann", erklärt das Landesverwaltungsamt. Die Prüfung kostet 95 Euro und kann beliebig oft wiederholt werden. Sie dauert 90 Minuten und beruht auf einem dreistufigen Verfahren, das von der Uni Freiburg entwickelt wurde. Die Ärzte müssen bei einem Schauspielpatienten die Krankengeschichte erfragen, ihn aufklären und die Ergebnisse für einen Oberarzt zusammenfassen. In Thüringen hat sich die Zahl ausländischer Ärzte in den letzten zehn Jahren laut Landesärztekammer auf 839 verzehnfacht. Der Großteil arbeitet in einem Krankenhaus. Dort stammt inzwischen jeder fünfte Arzt aus dem Ausland. quelle:aerztezeitung.de

„Was hab‘ ich?“ gewinnt Schweizer seif-Award

Die „Social Entrepreneurship Initiative & Foundation“ verleiht seit 2011 die „seif Awards“ an Start-ups, die sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen und mit einem innovativen Geschäftsmodell eine dauerhafte Lösung für diese Herausforderungen bieten. Der mit 10.000 CHF dotierte seif-Award in der Kategorie „Prevention“ geht 2013 an „Was hab‘ ich?“; die Fachjury begründet ihre Entscheidung: „Die unmittelbare Wirkung zeigt sich an einem Patienten-Empowering, erhöht die Autonomie über die eigenen Krankheitsgeschichte und führt letztlich zu einer verbesserten Heilungschance.“ Die Jury lobte weiterhin, dass sich „das Projekt nicht einseitig auf die Patientenperspektive beschränkt, sondern gleichzeitig eine wichtige Qualifikation für den Arztnachwuchs vermittelt“. Bei der Preisverleihung in Zürich wurden aus über 90 Bewerbungen zunächst 10 Finalisten gekürt, unter denen dann insgesamt 5 Preise im Gesamtwert von 50.000 CHF vergeben wurden. Neben „Prevention“ erfolgten Auszeichnungen für „Integration“, „Green Innovation“, „Educational Innovation“ sowie „Social Entrepreneurship“. Der Preis in der Kategorie „Prevention“ wird von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt suva gestiftet. Ansgar Jonietz nahm als Vertreter des „Was hab‘ ich?“-Gründerteams den Preis in Zürich entgegen: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und die damit verbundene Wertschätzung unserer Arbeit für die Arzt-Patient-Kommunikation.“, so Jonietz nach der Preisverleihung. Auch in der Schweiz ist das Projekt bereits aktiv: „Wir erhalten Anfragen von Patienten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum“, berichtet Jonietz weiter. Die mitarbeitenden Mediziner sitzen bisher alle in Deutschland und Österreich, eine Ausweitung in die Schweiz ist aber geplant. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 CHF wird „Was hab‘ ich?“ zur weiteren Finanzierung des kostenfreien Angebotes unter washabich.de einsetzen und damit die Aus- und Weiterbildung weiterer Nachwuchsmediziner sicherstellen. === Hintergrund Das Internet-Portal „Was hab‘ ich?“ bringt seit dem 15. Januar 2011 Klarheit in Ärzte-Kauderwelsch: Hier werden medizinische Befunde kostenlos in eine für Patienten leicht verständliche Sprache „übersetzt“. Dazu laden die Nutzer unter https://washabich.de ihren medizinischen Befund anonym hoch oder senden ihn per Fax ein. Die Übersetzungen – bereits mehr als 13.000 – werden von einem bundesweit aufgestellten und ehrenamtlich tätigen Team aus rund 350 Medizinstudenten höherer Semester erstellt. Bei komplexen Befunden stehen den Studenten ein 200-köpfiges Ärzteteam sowie zwei Psychologen beratend zur Seite. Der Patient kann die Übersetzung bereits wenige Tage nach der Einsendung passwortgeschützt online abrufen. So kann er den ärztlichen Befund und die sich daraus ergebenden möglichen Folgen besser einschätzen. Die Bearbeitung realer Patientenfälle trägt dazu bei, dass Studenten sich immer wieder neues medizinisches Fachwissen aneignen und gleichzeitig lernen, komplexe Medizin patientengerecht zu erklären. Als Arbeitsumgebung dient den Medizinstudenten und Ärzten eine selbst entwickelte, von außen nicht zugängliche virtuelle Plattform. Dieses interne Medizinernetzwerk stellt die Steuerzentrale von „Was hab‘ ich?“ dar und bietet neben den Übersetzungswerkzeugen Möglichkeiten zur Diskussion sowie zum fachlichen Austausch.

Ärztetag fasst Beschluss gegen die Bürgerversicherung

Der Deutsche Ärztetag hat sein Nein zu der von der Opposition verlangten Bürgerversicherung besiegelt. Hannover - Der Deutsche Ärztetag 2013 hat sein "Nein" zu der von der Opposition verlangten Bürgerversicherung besiegelt. Anstelle der von SPD, Grünen und Linken verlangten Umstellung auf ein neues System solle die bestehende "Dualität von gesetzlicher und privater Krankenversicherung" fortentwickelt werden, heißt es in einem vom Ärztetag in Hannover gefassten Beschluss. Die Finanzautonomie der gesetzlichen Krankenkassen solle wieder hergestellt werden. (Quelle: AFP)

Europaweites Interesse an Einheitlicher Bereitschafts­dienstnummer

Deutschland ist Vorreiter mit der einheitlichen Rufnummer 116 117. Andere europäische Länder ziehen nach dem großen Erfolg nun nach. Berlin. Die vor einem Jahr in Deutschland eingeführte einheitliche Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst ist in vielen anderen europäischen Ländern auf großes Interesse gestoßen. Ein Symposium in Brüssel hat gezeigt, dass einige Länder die Einführung bereits vorantreiben. „Wir freuen uns, dass nun weitaus mehr Länder die einheitliche europäische Rufnummer einrichten wollen, als zuvor bekannt war. Dass wir über drei Millionen Anrufer im ersten Jahr vermitteln konnten, praktisch ohne technische Ausfallzeiten, macht hoffentlich noch mehr Ländern Mut“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler. Unter der Telefonnummer 116 117 erreichen Patienten in Deutschland seit April 2012 den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Er übernimmt die medizinische Versorgung der Bevölkerung, wenn die Arztpraxen geschlossen haben. Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen, welche die einheitliche Nummer initiiert haben und in Deutschland betreiben, haben diese von Anfang an als europaweite Nummer reservieren lassen. Die Vergabe der europaweiten Rufnummer 116 117 ist regulatorisch an die Bedingung geknüpft, dass dieser Dienst für den Anrufer kostenlos anzubieten ist. Werden Anrufer direkt mit einem niedergelassenen Arzt verbunden, können diese ein telefonisches Beratungsgespräch abrechnen

Geschäftsführung in Riesa gefeuert!

Am 22.04.2013 wurde durch einen Beschluss nach einem achtstündigen Sitzungsmarathon mehrheitlich die abberufung der kaufmännischen und medizinischen Geschäftsführung. Sowohl Markus Funk als auch Dr. Stefan Geiger werden ab sofort von ihrer Tätigkeit freigestellt. Zudem beurlaubte der Aufsichtsrat den Chefarzt der Gynäkologischen Klinik am Krankenhaus Riesa, Professor Dirk Kieback, mit sofortiger Wirkung. Schon seit Monaten hatte es im Elblandklinikum Riesa gebrodelt. Ärzte prangerten strategisch-medizinische Fehlentscheidungen sowie eine unausgewogene und unwürdige Personalpolitik zum Nachteil des gesamten Klinikums an. Mitarbeiter in der Verwaltung und auf den Stationen sprachen von einem Klima der Angst, das von der Klinikleitung verbreitet werde. In unzähligen Briefen an die Stadt Riesa und die Sächsische Zeitung prangerten sie immer wieder die für sie nicht haltbaren Zustände im Klinikum an. Schon seit Monaten hatte es im Elblandklinikum Riesa gebrodelt. Ärzte prangerten strategisch-medizinische Fehlentscheidungen sowie eine unausgewogene und unwürdige Personalpolitik zum Nachteil des gesamten Klinikums an. Mitarbeiter in der Verwaltung und auf den Stationen sprachen von einem Klima der Angst, das von der Klinikleitung verbreitet werde. In unzähligen Briefen an die Stadt Riesa und die Sächsische Zeitung prangerten sie immer wieder die für sie nicht haltbaren Zustände im Klinikum an. Einen Höhepunkt erreichte die Problematik, als die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV) in der letzten Woche drei Radiologen von den Vorwürfen freisprach, in Hunderten Fällen falsche Brustkrebsdiagnosen gestellt zu haben. Funk hatte nach medizinischer Beratung mit Kieback bei der KV angezeigt, bis zu dreihundert Frauen könnten nichtsahnend an Brustkrebs leiden. Die KV hatte daraufhin 102 Mammografien nochmals begutachtet und die Vorwürfe nicht nur als haltlos, sondern auch als Kampagne gegen die Radiologen zurückgewiesen. Daraufhin waren schon Ende letzter Woche aus der Politik Rufe nach personellen Konsequenzen laut geworden. Die Grünen im Landkreis forderten den Aufsichtsrat auf, Markus Funk des Amtes zu entheben. Diese Forderung untermauerten über das Wochenende auch 61 Mediziner in drei Schreiben an den Aufsichtsrat. Mit Blick auf die von der KV als falsch erwiesenen Mammografie-Vorwürfe heißt es in einem Schreiben von zwanzig Fach- und Oberärzten der Klinik an den Landrat Arndt Steinbach: „Da dieses Beispiel nur die Spitze des Eisbergs darstellt und durch das Handeln beider Personen ein Arbeitsklima der Angst und Unkollegialität geschaffen wurde, möchten wir Sie bitten, Herrn Funk und Prof. Dr. Kieback mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden.“ Und: „Die von Herrn Funk und Prof. Dr. Kieback dargestellten haltlosen Äußerungen zu fehlinterpretierten Mammografiebefunden entbehren jeglicher fachlicher Grundlage und dienen lediglich dazu, langjährige fachlich kompetente ärztliche Kollegen zu denunzieren und in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Hiermit werden Grundformen des zwischenmenschlichen Respekts und ärztlicher Kollegialität missachtet“, schreiben die Mediziner. Insgesamt acht Chefärzte des Riesaer Krankenhauses teilten dem Aufsichtsrat mit: „Für uns ist eine weitere Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kieback und Herrn Funk undenkbar; die Vertrauensbasis ist zerstört. Sollten die Arbeitsverhältnisse mit beiden Personen nicht aufgelöst werden, sehen wir uns nicht mehr in der Lage, unsere Arbeitsleistung adäquat erbringen zu können und werden unsererseits die Kündigung unserer Arbeitsverhältnisse vornehmen. Wir bitten Sie zur Abwendung weiteren Schadens von allen Mitarbeitern und der Elblandklinikengruppe an sich, um schnelles und entschlossenes Handeln.“ Dieser Bitte kam der Aufsichtsrat gestern nach. Dass auch Dr. Stefan Geiger, der bei vielen Mitarbeitern und Medizinern beliebt ist, gehen muss, dürfte dabei für einige überraschend kommen. Das sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Sächsischen Zeitung. In dieser Frage aber sei das Gremium gespaltener Auffassung gewesen. Demnach habe es nur zwei Möglichkeiten gegeben: Entweder gehen beide Vorstände oder keiner. Stefan Geiger sei demnach selbst ein Opfer. Professor Kieback kündigt Klage an Riesas Oberbürgermeisterin Gerti Töpfer sagte gestern: „Das Riesaer Krankenhaus hat nun alle Möglichkeiten für einen Neuanfang. Ich setze große Hoffnungen in die gute Arbeit der Belegschaft wie auch die der niedergelassenen Ärzte. Gemeinsam schaffen wir es, den Patienten wieder das Vertrauen zu geben, das unser Krankenhaus verdient.“ Ob die Vorstände gegen ihre Abberufung klagen werden, steht nicht fest. Professor Kiebacks Anwälte hingegen hatten bereits im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung verlauten lassen, ihr Mandant werde eine Kündigung nicht akzeptieren und sich auch gegen die damit verbundene Schädigung seines Ansehens mit allen rechtlich zulässigen Mitteln wehren. Quelle: SZ-online.de

Vorwurf über Schlamperei in der Radiologie am Elblandklinikum Riesa

Die Geschäftsführung des Elblandklinikums Riesa wirft drei ehemaligen Radiologen vor, während ihrer Zeit am Klinikum rund 290 Fälle von Brustkrebs falsch befundet zu haben, berichtete der MDR. Der Ex-Leiter der Radiologie, Dr. Henrik Ullrich, weist Bericht die Vorwürfe als "unrichtig" zurück. An den Elblandkliniken Riesa kehrt keine Ruhe in den Arbeitsalltag ein. Nachdem im Dezember der leitende Radiologe Dr. Ullrich zusammen mit zwei Kolleginnen das Haus verlassen hatte, wirft die Geschäftsführung den Medizinern laut MDR nun Falschbefundung bei Mamma-Karzinomen vor. Danach sei in der ambulanten Brustkrebs-Sprechstunde in 290 Fällen geschlampt worden. Dr. Henrik Ullrich war zuvor rund 30 Jahre am Klinikum tätig. Er stellt Zahlen gegen den schweren Verdacht. "Zusammen mit den durch uns entdeckten 150 bis 200 Fällen müsste es in Riesa eine rund dreifach höhere Tumorrate als in anderen Landkreisen Sachsens geben", so Ullrich. Das sei "unglaubwürdig", argumentiert er in dem Bericht. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KV) prüft inzwischen die Vorfälle. Unabhängige Radiologen sehen dafür Patientenakten an, sagt KV-Vorsitzender Dr. klaus Heckemann. Unterdessen haben sich 42 niedergelassene Hausärzte aus der Region Riesa mit einem offenen Brief an die Leitung des Klinikums gewandt. Sie bringen darin ihren Unmut über die Schließung der ambulanten Radiologie und über Vorgänge im Krankenhaus selbst zum Ausdruck. "Dort passieren Dinge, die uns nicht so gefallen", drückte es die Mitunterzeichnerin und Hausärztin Heidrun Jung aus. Im Kern gehe es um die häufigen Facharzt-Wechsel im Haus, Entlassungen im mittleren medizinischen Personal und Klagen von Patienten über unzureichende Betreung im Krankenhaus. Die Hausärzte stehen mit ihrer Kritik nicht allein. Ein anonymer Hilferuf von Mitarbeiter des Krankenhauses erreichte sie, zeigte der MDR. "Unsere Kräfte sind am Ende. Unsere Geschäftsleitung arbeitet nicht mit uns, sondern gegen uns", heißt es dort. Den Hausärzten geht es um Lösungen zum Wohle ihrer Patienten. "Wir wollen Druck ausüben, damit sich etwas ändert. Ein Klima der Angst und Einschüchterung gefährdet die Patientenversorgung", sagte Heidrun Jung abschließend. (Quelle: mit MDR)

Tarifverhandlungen für Ärzte an Unikliniken auf April vertagt

Auch in der zweiten Verhandlungsrunde konnten sich die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder nicht einigen. Beide Seiten wollen die Tarifrunde am 10. und 11. April in Berlin fortsetzen. Die Tarifverhandlungen für die rund 18.000 Ärzte an 20 Universitätskliniken der Länder stockten bislang. Die Arbeitgeberseite habe kein Entgegenkommen gezeigt, sagte ein Sprecher des Marburger Bundes. Die Arbeitgeber beharrten darauf, den Urlaubsanspruch der Ärzte auf 29 Tage festzuschreiben. Dadurch würde den Ärzten faktisch ein Urlaubstag verloren gehen. "Wer im Durchschnitt bis zu 60 Stunden in der Woche arbeitet, kann auf keinen einzigen Urlaubstag verzichten", sagte der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Christian Twardy. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine bessere Bezahlung für Nacht- und Samstagsarbeit sowie 6,5 Prozent mehr Gehalt. (Quelle: dadp)

Ärztemangel bleibt

Schon heute gibt es nach Angaben rund 6000 unbesetzte Arztstellen in den Kliniken, informiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft. Zudem wollen sich immer weniger Nachwuchsmediziner zum Facharzt für Allgemeinmedizin weiterbilden. Von 10 127 Ärzten, die ihre Weiterbildung abschlossen, waren zuletzt nur 949 Hausärzte - so wenige wie seit Jahren nicht mehr. Dem zunehmenden Ärzte-Engpass an Kliniken sollte nach Auffassung der Gesellschaft mit einer Ausbildungsoffensive an den Unis begegnet werden. (Quelle: dpa)

Ärzte fühlen sich durch überlange Arbeitszeiten gesundheitlich beeinträchtigt

Fast drei Viertel der Klinikärzte fühlt sich durch die Gestaltung der Arbeitszeiten in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. Dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Mitgliedern des Marburger Bundes, die das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME), Landau, durchgeführt hat. An der Online-Befragung im Auftrag des Marburger Bundes beteiligten sich in der Zeit vom 14. Januar bis 15. Februar 2013 insgesamt 3309 Krankenhausärzte. Befragt wurden Assistenz-Ärzte, Fachärzte, Oberärzte, Chefarzt-Stellvertreter und Chefärzte an Kliniken jedweder Trägerschaft. Der MB-Monitor 2013 gibt einen aktuellen, umfassenden Einblick in die Realität der Arbeitszeitgestaltung von Krankenhausärzten. Drei Viertel der Ärztinnen und Ärzte arbeitet im Durchschnitt mehr als 48 Stunden pro Woche. 47 Prozent erklärten, dass ihre tatsächliche Wochenarbeitszeit inklusive Überstunden und Bereitschaftsdienste im Durchschnitt zwischen 49 und 59 Stunden liegt. Ein Viertel (24 Prozent) der Ärzte ist pro Woche 60 bis 79 Stunden im Dienst und drei Prozent der Ärzte arbeiten sogar durchschnittlich mehr als 80 Stunden pro Woche. Mehr als die Hälfte der Krankenhausärzte (53 Prozent) verneinten die Frage, ob sämtliche Arbeitszeiten systematisch erfasst werden, 47 Prozent bejahten diese Frage. Jeder fünfte Arzt (21 Prozent) erklärt, dass seine Überstunden weder vergütet noch mit Freizeit ausgeglichen werden. „Faktisch gehen 30.000 Ärzte im Volldienst regelmäßig leer aus, wenn sie Mehrarbeit leisten. Das empört uns", sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, bei der Präsentation der Umfrage. Die große Mehrheit der Klinikärzte würde gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. 57 Prozent erklären, dass sie eine durchschnittliche Arbeitszeit von 40 bis 48 Stunden pro Woche bevorzugen würden, nur 11 Prozent wollen mehr als 48 Stunden arbeiten. Knapp drei Viertel der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte (71 Prozent) haben das Gefühl, dass sich die Gestaltung der Arbeitszeiten negativ auf ihre Gesundheit auswirkt, z.B. in Form von Schlafstörungen und häufiger Müdigkeit. Davon fühlen sich 89 Prozent auch in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. „Das ist ein alarmierender Befund. Ärzte sind dafür da, kranken Menschen zu helfen und sie zu heilen. Wenn sie durch die Arbeit selbst krank werden, können sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. Wir brauchen deshalb auch aus Gründen einer guten Patientenversorgung eine bessere Organisation der Arbeit in den Krankenhäusern und Arbeitszeitmodelle, die dem Wunsch der Ärzte nach weniger Stress Rechnung tragen", betonte Henke. Quelle: Marburger-Bund.de

Praktisches Jahr: MB begrüßt Empfehlungen zur angemessenen Entschädigung von PJ-Studenten

er federführende Gesundheitsausschuss des Bundesrates hat eine wesentliche Modifikation der Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte vorgeschlagen und damit Forderungen des Marburger Bundes nach einer angemessenen Entschädigung von Medizinstudierenden im Praktischen Jahr (PJ) aufgegriffen. Die Empfehlung sieht vor, dass die Obergrenze von Geld- und Sachleistungen bei der PJ- Aufwandspauschale im Inland von bisher, wie im Verordnungsentwurf vorgesehen, 373 Euro auf 597 Euro monatlich erhöht wird. Für PJ-Abschnitte in der EU und der Schweiz soll diese Obergrenze zudem um die BAföG-Zuschläge zur Deckung von Studiengebühren und Reisekosten steigen, im übrigen Ausland zusätzlich um einen monatlichen Zuschlag als Kaufkraftausgleich. Damit kommt der Gesundheitsausschuss nur teilweise der Forderung der MB-Hauptversammlung vom 02./03. November 2012 nach, die Obergrenze für PJ-Ausbildungspauschalen auf Auslandsabschnitte des PJ gar nicht anzuwenden. Aus der Sicht des MB sollte die Deckelung der Pauschalen entsprechend dem Willen des Verordnungsgebers dem Qualitätswettbewerb unter den Universitäten und Lehrkrankenhäusern dienen und die Studierenden nicht in ihrer Mobilität einschränken. Jan Bauer, Vorsitzender der Sprecherrates der Medizinstudierenden im Marburger Bund, zeigte sich trotzdem grundsätzlich erfreut über die Empfehlungen des Gesundheitsausschusses: „Wir begrüßen diese Änderungsvorschläge und hoffen, dass sich das Plenum des Bundesrates am 14. Dezember der Empfehlung des Gesundheitsausschusses anschließt. Wir vertrauen auch darauf, dass die Landesprüfungsämter die neuen Regelungen so umsetzen, wie sie vom Verordnungsgeber gedacht waren: als Ansporn für die Lehre und nicht als Hürde für die Studierenden." Quelle: MArburger Bund

Ärztemangel im Krankenhaus: Nicht nur Geld zählt, sondern auch Familie

Laut einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt: twa 6 000 Arztstellen sind im Krankenhaus nicht besetzt, schätzte das Deutsche Krankenhausinstitut vor zwei Jahren. Der Marburger Bund ging sogar von bis zu 12 000 fehlenden Krankenhausärzten aus. Neue Zahlen liefert nun der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Bereits im April hatte er seine 1 822 Mitglieder befragt, ob die Stellenbesetzung im ärztlichen Dienst „sehr schwierig“ sei, „schwierig“ oder „keine Probleme“ aufwerfe. 547 hatten geantwortet. Das Ergebnis, das der VKD nun im Vorfeld des 35. Deutschen Krankenhaustages präsentierte, zeigt: Am größten sind die Probleme in kleinen Häusern. So bewertete die Hälfte der Manager von Allgemeinkrankenhäusern mit weniger als 250 Betten die Stellenbesetzung als „sehr schwierig“. In Allgemeinkrankenhäusern mit mehr als 800 Betten machten lediglich 14 Prozent diese Angabe. Kaum übertarifliche Gehälter Insgesamt gibt es, ungeachtet der Größe, kaum noch ein Allgemeinkrankenhaus, das „keine Probleme“ bei der Stellenbesetzung im ärztlichen Bereich hat (sieben Prozent). Noch schlechter ist die Lage in Rehabilitationskliniken (fünf Prozent) – nur wenig besser in psychiatrischen (12 Prozent) und Fachkrankenhäusern (22 Prozent). Um Ärzte für ihr Haus zu gewinnen, werden in jedem achten Allgemeinkrankenhaus überwiegend übertarifliche Gehälter gezahlt, bei den Fachkrankenhäusern in jedem fünften. Dass „so wenige Häuser“ trotz der angespannten Personalsituation übertarifliche Gehälter zahlten, wertete VKD-Präsident Josef Düllings „als Hinweis auf ihre angespannte Finanzlage“. Weniger Probleme bei der Stellenbesetzung im ärztlichen Dienst haben einzig die Universitätsklinika. Von ihnen zahlt kein einziges übertarifliche Gehälter. Denn nur 43 Prozent haben Probleme beim ärztlichen Dienst. Umgekehrt ist die Lage beim Pflegedienst. Hier haben nur 14 Prozent der Universitätsklinika keine Probleme, freie Stellen zu besetzen. Bei den Fachkrankenhäusern sind es 16 Prozent. Der Grund könnte sein, meinte Düllings, dass fachweitergebildete Pflegekräfte, zum Beispiel für Stroke Units, am Arbeitsmarkt schwer zu gewinnen seien. Und bei den Uniklinika könnten die höheren Lebenshaltungskosten in den Ballungszentren den Ausschlag geben. Bei den Allgemeinkrankenhäusern gaben 29 Prozent an, keine Probleme beim Pflegedienst zu haben. Die Schuld am Ärztemangel gibt Düllings vor allem der Politik: „Der Ärztemangel ist primär nicht dadurch zustande gekommen, weil die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus so schlecht sind, sondern weil die politischen Rahmenbedingungen falsch gesetzt wurden.“ In den Zeiten der Ärzteschwemme habe die Politik zum Beispiel die Zahl der Studienplätze um zehn Prozent reduziert. Das müsse wieder rückgängig gemacht werden. Zudem sollten Bund und Länder mehr Programme auflegen, die die sprachliche Integration von ausländischen Ärzten unterstützten. Das Anwerben ausländischer Ärzte sei sehr aufwendig, und die Förderung der sprachlichen Integration erbrächten die Krankenhäuser bislang allein. „Bei den Assistenzärzten liegt der Anteil ausländischer Ärzte in manchen Krankenhäusern heute bereits bei über 50 Prozent“, erklärte Düllings. Die fachlichen Kenntnisse ausländischer Ärzte seien dabei oft recht gut. Die Sprachkenntnisse hingegen seien häufig nicht ausreichend. „Ausländische Ärzte mit schlechten Deutschkenntnissen können die Abläufe in deutschen Krankenhäusern nur schwer nachvollziehen“, sagte der VKD-Präsident. Die Kommunikation im Krankenhaus sei jedoch Teil des Sicherheitsnetzes. Insofern führten schlechte Sprachkenntnisse zu einem Sicherheitsproblem. Enorme Sprachprobleme Im letzten Jahr ist die Zahl der ausländischen Mediziner in Deutschland um zwölf Prozent auf 28 355 Ärzte angestiegen, wie die Ärztestatistik der Bundesärztekammer (BÄK) ausweist. Überproportional, nämlich um 16,6 Prozent, stieg dabei die Zahl der stationär tätigen Ärzte. Der größte Zustrom kam aus Rumänien (+610), Ungarn (+239) und Griechenland (+208). „Wir profitieren von den Erfahrungen ausländischer Ärzte“, betonte BÄK-Präsident Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. „Aber sie müssen die deutsche Sprache beherrschen. Das ist für die Behandlung der Patienten entscheidend.“ Dass es inzwischen Krankenhäuser gebe, in denen kaum noch ein Arzt richtig deutsch spreche, sei auf Dauer kein guter Zustand – „nicht nur wegen der zum Teil enormen Sprachprobleme“, sagte Montgomery. „Diese Ärzte fehlen in ihren Herkunftsländern, und das führt dort zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung.“ Heute zahlten viele Krankenhäuser ihren ausländischen Ärzten Sprachschulungen, berichtete VKD-Präsident Düllings. Zu diesem Zeitpunkt seien sie jedoch schon eingestellt. „Wir haben die Wahl, diese Ärzte einzustellen oder die Stelle nicht zu besetzen.“ Düllings räumte abschließend ein, dass nicht nur die Politik, sondern auch die Krankenhäuser die Pflicht hätten, noch mehr gegen den Ärztemangel zu tun. Zum Beispiel könnten sich die Häuser familienfreundlicher aufstellen. Bislang verfügten zum Beispiel nur zwölf Prozent über Kitaplätze. Düllings: „Das ist eigentlich noch zu wenig.“ Der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, unterstrich in diesem Zusammenhang die zunehmende Bedeutung guter Arbeitsbedingungen für Krankenhäuser. „Wir müssen ein Arbeitsumfeld schaffen, das die Leute an ein Krankenhaus bindet, und Bedingungen, die es den Mitarbeitern auch ermöglichen, bis zum Alter von 65 Jahren zu arbeiten“, betonte er auf dem Fachkongress „Familienbewusste Arbeitszeitkultur im Krankenhaus“, den die DKG gemeinsam mit dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ in Berlin ausrichtete. „Für immer mehr Kliniken ist das eine zentrale Strategie, um attraktiv für Fachkräfte in Pflege und Medizin zu sein.“ Dazu zählten vor allem familiengerechte Arbeitszeitregelungen. „Wer keine lebensphasenangepassten Arbeitszeiten anbietet, wird bei der Nachwuchsgewinnung den Kürzeren ziehen“, meinte auch der Arbeitszeitexperte Lars Herrmann. Flexible Arbeitszeiten seien dabei nicht einmal das Wichtigste, sondern verlässliche und planbare Arbeitszeiten, sagte Herrmann. Der Arbeitszeitexperte hatte schon im Vorfeld eine Reihe von Leitsätzen aufgestellt, die für eine familienbewusste Arbeitszeitkultur notwendig seien. Neben planbaren Arbeitszeiten sollten die Wünsche der Beschäftigten bei der konkreten Planung der Dienstpläne einbezogen werden. Dazu eigneten sich modulare Dienstpläne, die für verschiedene Tageszeiten nur die Angabe enthielten, wie viel Personal von welcher Berufsgruppe in einer Klinik anwesend sein müsse. Zusammen mit den Wunscharbeitszeiten der Mitarbeiter lasse sich daraus ein konkreter Dienstplan erstellen, bei dem die Station ausreichend besetzt sei und gleichzeitig so weit wie möglich auf die Bedürfnisse des Personals eingegangen werde. Ein weiterer wichtiger Faktor ist eine unproblematische Arbeitszeitanpassung: Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und zu einem späteren Zeitpunkt ohne Nachteile wieder aufzustocken. Im Gegensatz zu Teilzeitverträgen kann der Angestellte über diese sogenannten Wahlarbeitszeiten seine Arbeitsbelastung variieren und seiner Lebensphase anpassen. „Es ist wichtig, dass die Führungskräfte solche Regelungen akzeptieren und mittragen“, erklärte Herrmann. Ohne die Unterstützung der Führungsebene hätte man mit solchen Vereinbarung keine Chance, die Arbeitszeitkultur in einer Klinik zu verändern. Quelle: Deutsches Ärzteblatt de

Dresden hat die drittbeste Klinik Deutschlands

Besser abgeschnitten haben nur die Charité und das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Uni in München Patienten des Dresdner Universitätsklinikums Carl Gustav Carus dürfen sich gut aufgehoben fühlen. Nach einem am Montag (28. Mai) im "Focus" erscheinenden Ranking ist die Klinik die drittbeste in Deutschland, wie das Klinikum am Freitag mitteilte und damit zugleich einen aktuellen Bericht der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins bestätigte. Besser abgeschnitten hätten nur noch die Charité in Berlin und das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Für das Ranking wurden demnach Angaben aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser zur Anzahl und zu Erfolgs- und Komplikationsraten bei 14 häufig auftretenden Erkrankungen ausgewertet. Zudem seien 18.000 Ärzte und Klinikärzte nach ihren Empfehlungen gefragt worden. dapd



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